Kryptowährungen – Hard Fork vs. Soft Fork

Was ist ein Hard Fork?

Kryptowährungen haben unübersehbar das letzte Jahr massiv geprägt und waren vor allen Dingen am Jahresende in aller Munde. Dabei ist ein Großteil der Menschen mit einer Menge Fachwörter konfrontiert worden, sodass einige Leute schnell die Übersicht verloren haben und sich nicht mehr in der Materie zurechtfinden konnten. Sicherlich ist dem ein oder anderen dabei auch der Begriff “Hard Fork” zu Ohren gekommen.

Das englische Wort “Fork” lässt sich dabei mit dem deutschen Begriff “Gabelung” übersetzen. Und dies beschreibt den Prozess des Hard Forks auch ziemlich genau. Grundlegend ist dafür die Blockchain, auf welcher Kryptowährungen basieren. Verallgemeinert stellt eine Blockchain eine dezentralisierte Datenbank dar, welche vor nicht legitimierten Eingriffen und Veränderungen geschützt ist.

Doch genau dies führt zu dem Problem, dass auch niemand direkt das Recht hat, den Softwarecode oder Parameter der Datenbank zu ändern und anzupassen. Doch wie jede Software braucht auch eine Blockchain Updates, um wechselnden Ansprüchen gerecht zu werden.

Und genau diesen Zweck erfüllt ein Fork. Bei einem Hard Fork gibt es eine massive Änderung im Protokoll der jeweiligen Kryptowährung, welche von allen Miner akzeptiert werden muss. Dabei kann keine alte Minersoftware mehr verwendet werden, sondern es muss sofort die Software des Miners überspielt werden, damit die neuen Blöcke der Blockchain erkannt werden.

Bei einem Hard Fork gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten des Verlaufs. Bei der ersten Möglichkeit finden die Miner einen Konsens und akzeptieren alle die Protokolländerungen der Blockchain, was zur Folge hat, dass die alte Blockchain ausstirbt und lediglich die Neue fortgeführt wird. Dies ist jedoch lediglich in den seltensten Fällen der Fall. Meistens gibt es keinen klaren Konsens, was zur Konsequenz hat, dass die alte und die neue Blockchain verfügbar sind.

Je nach Veränderung im Code hat dies zur Folge, dass man auf der neuen Blockchain mit Hilfe seines alten Private Keys, den Zugriff auf die gleiche Anzahl an Coins hat, wie auf der alten.

Was ist ein Soft Fork?

Ein Soft Fork ist vereinfacht ausgedrückt die kleinere und weniger aufwendigere Variante des Hard Forks. Dabei gibt es nur kleine Veränderungen im Protokoll einer Kryptowährung, welche mit dem Update einer normalen Software vergleichbar sind. Sie werden beispielsweise verwendet, um neue Regeln einzuführen oder Signierungsalgorithmen anzupassen oder zu verändern.

Ein Soft Fork muss dabei nur von 51 Prozent der Miner akzeptiert werden und ist abwärtskompatibel. Dies bedeutet, dass die Miner nicht zwangsläufig ein Update machen müssen und auch noch mit der alten Software einen Zugang zum Netzwerk haben. Falls nicht genügend Leute die neuen Regeln akzeptieren, führt dies dazu, dass die beiden Blockchains parallel zueinander laufen.

Welche Gemeinsamkeiten gibt es?

Offensichtlich, haben ein Hard Fork und ein Soft Fork viele Gemeinsamkeiten und unterscheiden sich lediglich in wenigen Punkten. Bei beiden Methoden werden Änderungen am Protokoll einer Blockchain vorgenommen, welche neue Regeln und Updates einführen. Zudem kann dies in beiden Fällen zu einer Aufspaltung der Datenbank führen, wenn es Unstimmigkeiten bei der Übernahme gibt.

Folglich ist eine weitere Gemeinsamkeit, dass man in jedem Fall einen Konsens benötigt, um die Veränderung legitim einzuführen. Des Weiteren wird ein Hard Fork beziehungsweise Soft Fork im Normalfall zur Weiterentwicklung, dem Schutz und der Sicherheit der Technologie durchgeführt und sind somit genauso notwendig, wie das Update einer normalen Software.

Hard Fork beim Bitcoin

Wenn man sich bereits eine längere Zeit mit Bitcoin beschäftigt, ist einem sicherlich bereits aufgefallen, dass auch die größte und populärste Kryptowährung bereits mehrere Hard Forks erlebt hat. Die beiden erfolgreichsten Beispiele sind dabei der Bitcoin Cash und der Bitcoin Gold Hard Fork. Bei beiden Hard Forks wurde die maximale Anzahl an verfügbaren Coins und grundlegende Daten beibehalten.

Aus diesem Grund können sich Bitcoinbesitzer, welche bereits vor den jeweiligen Hard Forks im Besitz von Bitcoins waren, an einem gleichnamigen Besitzanteil an Bitcoin Cash und Bitcoin Gold erfreuen. Somit hat alleine der Bitcoin Cash Hard Fork einem Bitcoinbesitzer zum aktuellen Zeitpunkt ungefähr 10% Gewinn eingebracht.
Bitcoin Gold Vorteile nach ForkEin weiterer Grund dieser Hard Forks war aber vor allen Dingen die Absicht Fehler und Probleme bei Bitcoin zu verbessern und an die Weiterentwicklung des Marktes anzupassen. Bei Bitcoin Cash wurde dabei der Fokus vor allen Dingen auf die Optimierung der Blockzeit und Blockgröße Wert gelegt, um die Skalierbarkeit des Netzwerkes zu sichern und hohe Transaktionskosten oder Transaktionszeiten zu verhindern.

Die Beliebtheit und das Wachstum dieser Hard Forks bestätigt, dass sie nicht nur als billige Kopie abgestempelt werden dürfen, sondern eine ernsthafte Konkurrenz für die ihnen zugrundeliegende Kryptowährung darstellen können.

Hard Forks gab es jedoch nicht nur bei der größten Kryptowährung Bitcoin, sondern auch der zweitgrößten Blockchain Ethereum, welche ein Hard Fork von Ethereum Classic ist. Somit sind Hard Forks im Bereich der Blockchaintechnologie definitiv ein alltägliches Werkzeug, um Dinge zu verändern und verbessern.

Abschließende Anmerkung zu Forks

Wie bereits herausgestellt, sind Hard Forks und Soft Forks eine unumgehbare Methode, um den Code einer Blockchain anzupassen und neue Regeln einzuführen. Im Vordergrund steht dabei der Konsens der Miner und des Netzwerks, welcher grundlegend für eine erfolgreiche Implementierung der Veränderungen ist.

Als Nutzer von Kryptowährungen sollte man jedoch in jedem Fall bei Hard Forks immer genau hinsehen, da die Gefahr besteht, dass eine zweite Blockchain lediglich eine einfache Kopie ist, welche keine nennenswerten Verbesserungen aufweist und möglicherweise lediglich als eine Methode fungiert, um einfach Geld zu verdienen. So schätzt Kryptopedia.org die Forks bei Bitcoin als erfolgsversprechender ein als beispielsweise die bei Ethereum. Denn im Vordergrund sollte bei jedem Update auch der Sinn und Zweck stehen, welcher für das gesamte Netzwerk hilfreich und produktiv sein sollte.